Ich sitze mit einer Tasse Kaffe im Café Kringla am Hafen in Svolvaer. Draussen nieselt es und da ich noch den ganzen Tag (und die ganze Nacht) Zeit habe den Ort zu erkunden, nutze ich das Regenwetter um den Blog auf den neusten Stand zu bringen...später wird es hoffentlich trocken, damit ich noch ein paar Hügel erklimmen kann.
Nun zur Reise von Stockholm nach Svolvaer auf den Lofoten: Nach 3 Tagen in Stockholm habe ich am Freitagabend um 17.29 den Nachtzug Stockholm-Narvik genommen. Das Bild auf dem Perron war lustig: Alle in robusten Fjellhosen, mit schweren Rucksäckem und Wanderschuhen. Für einmal waren es die Handtäschchen- und Rollkoffertouristen, die sich seltsam vorkommen mussten. Das Verstauen der Megarucksäcke brauchte einiges Geschick und Kletterkünste, aber die Reise war angenehm. Man tauschte sich über vergangene und bevorstehenden Treks aus und ging zeitig ins Bett. Ich habe nicht mitbekommen, dass es kuz dämmrig wurde. Als ich kurz vor Narvik erwachte, stand die Sonne bereits wieder hoch am Himmel.
Die Weite war unglaublich schön und ab Kiruna leerte sich dann der Zug allmählich. Von der Station Kiruna sieht man ein schnuckliges Skigebietchen und es ist nicht zu übersehen, dass die Stadt vom Eisenabbau lebt. Seit 1900 wurde im weltweit grössten Eisenerzbergwerk oberflächlich und ab 1962 untertags gesprengt. Heute steht Kiruna auf instabilem Grund und soll deshalb um 2 Meilen verschoben werden. Aha, und das konnte niemand vorassehen?
Durchs offene Fenster kam frische und sehr kühle Luft ins Abteil, Zeit die Odlos auszupacken.... Der viele Schnee beunruhigte auch mich ein wenig, obwohl ich ja keine Fjälltour vorhatte. Offenbar hatte es diesen Winter viel Schnee gegeben und im Norden war der Sommer noch nicht angekommen. Weiter gings über Abisko (Nationalpark) und Björklinden (Skiresort). Ab Riksgränsen wurde die flache Weite allmählich von steileren Bergen und Fjorden abgelöst. Am Mittag war die Endstation Narvik in Norwegen erreicht und die wenigen verbliebenen Reisenden verliessen den Zug.
Da es sehr kalt und neblig war, beschloss ich mit dem nächsten Bus nach Svolvaer weiterzureisen und keine Wanderung in Narvik zu unternehmen. Der Aufenthalt reichte zum Picknicken, Norwegische Kronen besorgen und den Lunchsack wiederauffüllen. Es gab keine Wechselstube, so habe ich per Kreditkarte auf Geratewohl einen Betrag bezogen und nur eine vage Ahnung vom Wechselkurs...
Mitte Nachmittag gings mit dem Bus Lofotexpress weiter nach Svolvaer. Leider regnete es immer wieder und der Nebel verschluckte viele schöne Fjorde und Gipfel. Meer und Himmel zeigten sich sehr grau, dafür die Vegetation leuchtig nassgrün. Kurz nach 20h- nach 27h unterwegs- kam ich endlich in Svolvaer an. Ohne Wifi und Stadtplan war es nicht ganz einfach das Hotel zu finden. Ich glaubte das gelbe Haus befinde sich unverfehlbar am Hafen. Nach ein bisschen missmutigem Umherstolpern im verregneten Svolvaer fand ich es dann doch, direkt am Pier der Hurtigruten. Von meinem Zimmer sind es 20m bis ins Wasser (ohne Geländer). Nach einer warmen Dusche war ich wieder motiviert und habe bis Mitternacht das Städtchen rund um den Hafen erkundet. Irgendwann war ich aber so müde, dass ich, obwohl es noch taghell war, schlafen ging.





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