Mittwoch, 2. August 2017

Oslo og Göteborg


Am Samstagmorgen machten wir Interrailer, Sophie, Leonie und ich uns auf den Weg nach Oslo. Nachdem wir unsere grossen Rucksäcke im Hostel abgestellt hatten, fuhren wir mit der Tunnelbana bis zum Holmenkollen. Schon von der Station aus hat man eine tolle Aussicht, sie wird aber noch viel besser wenn man erst die steilen Stufen der Skisprungschanze hochsteigt. Die schanze ist sehr steil und die Vertiefung unten („the bowl“) lässt alles noch krasser wirken. Die Springer sollen aber natürlich noch im Steilhang landen und die Vertiefung und der Gegenhang dienen zum Bremsen. Im Fernsehen sieht das alles aber irgendwie flacher aus. Der aktuelle Schanzenrekord liegt bei 141m! Ganz oben auf die Schanze darf man nur mit dem Museumseintritt oder wer den Tiroliennesprung macht. Wir haben uns mit der Aussicht von den Tribünen begnügt und dann noch die kleinere Schanze und die Biathlonarena erkundet. Die Winterloipen sind im Sommer geteerte Rollskipisten, aber ganz schön kurvig und hügelig. Als Tourist muss man vor allem aufpassen nicht im Weg zu stehen. Am Abend haben wir am Wasser auf dem schrägen Operndach gepicknickt. Am nächsten Morgen sind wir durchs Stadtzentrum und das alte Fort gestreift und haben die letzten norwegischen Kronen ausgegeben, bevor wir nach Göteborg weiterreisten. Ich hatte noch 2 Tage Zeit in Göteborg, Sophie und Leonie reisten bereits direkt nach Kopenhagen.




Mit dem schweren Rucksack und hungrig kam es mir ziemlich weit vor bis zum Vandrarhem am Linnéplatsen. Nach einigem Suchen habe ich doch noch ein warmes Znacht bekommen und nachher die Ruhe und das schnelle Wifi in der Jugi genutzt um endlich den Fragebogen für die Facharbeit online zustellen. Das Erstellen der Umfrage auf dem Tablet war eine Geduldsprobe. Am nächsten Tag habe ich ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück hatte ich dann auch wieder Energie Göteborg zu erkunden. Ich bin der Linnégatan entlang zum Ufer des Götaälv spaziert, von da zur Oper und zum Hafen Lillabommen und dann ins Zentrum. Dort war ich im grössten Einkaufzentrum des Nordens. Dort gibt es Säulen mit Touchscreen-Standortbestimmern und -wegweisern! Nachher habe ich die Sonne genossen und im Trädgard mit einem guten Buch in Gras gelegt. Später habe ich auch noch die verschiedenen Gewächshäuser besucht. Dann bin ich der Avenyn gefolgt, eine risie Strasse bis zu den eindrücklichen Gebäuden des Kunstmuseums und Gallerien. Der Eintritt wäre gratis, aber am Montag war alles zu. Der Besuch der Bibliothek war aber auch interessant: Wie bereits in Bodö und Narvik war die Bibliothek riesig und ein Ort zum Wohlfühlen für Gross und Klein. Es gibt Bücher in allen Sprachen und für die Kinder gibt es Puppenhäuser, Hüpfecken, Märchenschlösser und für die Erwachsenen gemütliche Sessel, Kaffee und selber gemachten Kuchen.  Gegen Abend bin ich noch durch das Haga-Quartier spaziert. Dort hat es mir besonders gut gefallen, das sind alte etwas kleinere Häuser, jeweils nur der unterste Stock aus Stein, die zwei oberen aus Holz. Und alles bunt angemalt. Ausserdem gibt es dort viele kleine Gallerien und Handwerkergeschäfte, Boutiquen für faire Mode und heimelige Cafés. Diesen Abend war ich früher dran und es war nicht schwer ein feinen Znacht zu finden. Eigentlich ist die Linnégatan bekannt für ihr reichhaltiges kulinarisches Angebot, man darf halt einfach nicht so spät kommen…

Direkt vor dem Vandrarhem am Linnéplatsen befindet sich der Slottsskogen. Ein riesiger Park mit Tierpark (djurpark). Ich wollte rasch zu den Elchen, denn wild habe ich noch keinen zu Gesicht bekommen. Auch abgesehen von den Elchen ist der Park einen Besuch wert. Der schärenartig felsige Hügel mit ganz viel Grün ist eine tolle Abwechslung zur Grossstadt und  ich konnte so mein Tiervokabular weiterüben😊:
en elg          Elch
en sjohäst   Seepferdchen
en dugong  Seekuh

Nachher wollte ich den Götaälv und das Nordufer erkunden. Mit einer gratis download Stadtführung habe ich meine ganz private Tour gemacht. Vom Hafen Lilla Bommen habe ich mit dem Älvsnabben nach Lindholmen übergesetzt. Die Stadt hat besonders viel Charme vom Wasser aus, leider dauert die Überfahrt nur kurz. Am Nordufer standen einst drei Schiffswerften, welche aber in der Werftkrise in den 70ern dichtmachten. Seither hat sich das Nordufer stark verändert. Der freigewordene Platz wird nun für moderne Wohnungen sowie Bildung und Forschung genutzt. Vom modernen Campus Lindholmen bin ich auf den Slottsberget spaziert. Da wohnten einst die Werftarbeiter in ärmlichen Häuschen zwischen viel Lärm und Rauch. Heute jedoch sind die Häuschen liebevoll restauriert und freundlich bunt bemalt und es muss eine herrliche und ruhige Wohnlage mit toller Aussicht aufs Wasser sein. Ich flanierte weiter dem Ufer entlang bis nach Eriksberg, wo der riesige rote Balken steht. Auch hier gibt es viel neuen Wohnraum, die grossen Hallen werden als Konzertsääle oder Hotels gebraucht und das Ufer gehört den Spaziergängern und Sonnenanbetern. Ich habe ein Geheimtipp-Plätzchen am Wasser entdeckt und mit den Einheimischen das Sommerwetter genossen.

Am Abend war es Zeit für die Rückreise.  Mit Ersatzbus aus Göteborg hinaus, dann Umsteigen auf den Zug nach Kopenhagen, diesmal leider ohne Fähre. Von Kopenhagen im ungemütlichen Sitzwagen nach Hamburg, wo wir verfrüht um 4Uhr irgendetwas ankamen. Zum Glück hat McDonalds 24h geöffnet, so dass man drinnen warten konnte. Kurz nach 6 ging es weiter bis Basel. Ein Vorteil des langsam Reisen: man kann sich auf das Ankommen daheim einstellen und der Kulturschock bleibt aus. Die grüne hügelige Landschaft hier um Baden Baden erinnert mich schon sehr an die Schweiz, fehlen nur noch die Kühe und Schneeberge. Jetzt nur nicht vergessen ein Billet bis Bern zu lösen, Interrail gilt im eigenen Land nicht...

























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